Hof - Wir über uns



Die Wilde Gärtnerei wurde im Jahr 2008 als kleiner Gemüsebaumischbetrieb im Einzelunternehmertum mit Bestrebungen zur Selbstversorgung in Rüdnitz gegründet. Seit 2010 wird der Hof an der Bernauer Straße, am Ortseingang von Rüdnitz, 35 kilometer von Berlin entfernt, aufgebaut. Die uns häufig besuchenden wissbegierigen Menschen haben dazu beigetragen, dass aus der ursprünglichen Produktionsstätte auch eine Lernstätte für Gemüsebau und Selbstversorgung geworden ist.

Ein Umzug des Hofes in einen gemeinschaftlichen Zusammenhang ist mittelfristig vorgesehen, Mehr dazu: Zukunftsperspektive.

Unsere Lebensmittelproduktion hat seinen Anfang in der zum Teil eigenen Gewinnung von Saatgut und einer eigenen Jungpflanzenaufzucht in unbeheizten Gewächshäusern. Dies passiert stets mit samenfesten, nachbaufähigen Sorten. Ausgehend von Wildobst- und Wildkräutersammlungen und Gemüsebau streben wir an, eine ganzjährige Vollversorgung mit Lebensmitteln aufrechtzuerhalten. Die Anbaufläche hat sich von den anfänglichen 3500 Quadratmetern auf die jetzigen 6 Hektar erhöht. Momentan bauen wir zwischen 100 und 150 verschiedene Gemüsesorten an, ernten weiterhin Obst und Kräuter aus Wildsammlung und bauen auch Getreide an. Unsere derzeitige Hauptfruchtfolge ist: Kartoffeln, Kohl, Leguminosen, Mais, Wurzelgemüse, Wintergetreide - dazwischen immer eine abfrierende bzw. überwinternde Gründüngung.

Neben der Versorgung mit Lebensmitteln ist ein wichtiges Ziel für uns die Erhaltung, beziehungsweise Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Dies wollen wir unter anderem durch die Fruchtfolge, eine angestrebte ständige Bodenbedeckung und die Kompostierung der Lebensmittelrohstoffe erreichen. Seit einigen Jahren produzieren wir bereits kleine Mengen an Komposterde für den Garten und die Jungpflanzenanzucht. Wir streben an, den Nährstoffkreislauf zu schließen und ein nachhaltiges Kompostierungssystem zu entwickeln. Mit Hilfe von Biokohle wollen wir dauerhaft humusreiche Erde („Terra Preta“) herstellen. Noch sind wir auch auf den Tiermist (stammend aus benachbarten Betrieben) zum Düngen der Acker angewiesen.

Der Hof nutzt weitestgehend erneuerbare Energien: Zum Kochen und Heizen wird Brennholz aus dem eigenen Wald geholt. Der Rest des Energiebedarfes wird mit Strom aus den genossenschaftlich organisierten Elektrizitätswerken Schönau gedeckt. Die Wassergewinnung erfolgt über einen eigenen Brunnen. Beim Bauen wird besonders auf ökologisch nachhaltige Materialien (wie Holz, Stroh, Lehm) Wert gelegt.

Am Anfang wurden die Erzeugnisse auf bis zu drei Wochenmärkten in Berlin verkauft. Momentan werden eine kleine Solawi in Berlin und Biesenthal, ein Wochenmarktstand (Markthalle Neun), sowie einige Gastronomiebetriebe in Berlin beliefert, ein Hofladen in der warmen Jahreszeit bedient sowie der Hof selbst fast vollständig mit Obst, Gemüse und Getreide versorgt. Auf dem Markt oder im Hofladen können unsere Kunden zwischen vier verschiedene Preiskategorien wählen, je nach eigener Einschätzung. Auf staatliche Subventionierung verzichten wir genauso wie auf die EU-Bio-Zertifizierung.

Es leben auf dem Hof einige Bienenvölker. Die Honigbiene sehen wir als Bestäuberin in einer unentbehrlichen Rolle für den Erhalt der Artenvielfalt